Auch der aufgeklärte Mann hat seine schwachen Momente. Dann blickt er aus der Zone fortgeschrittener Gleichberechtigung – sagen wir: aus Deutschland – neidvoll auf seine Geschlechtsgenossen in Osteuropa und seufzt: Pole müsste man sein; gern auch Bulgare oder Ukrainer.
Einfacher scheint es zu sein Klischees über den vermeintlichen Paternalismus Osteuropas zu reproduzieren, als wirklich aufgeklärt zu erscheinen.
«Was vom Manne übrig blieb», bilanziert der Basler Soziologe Walter Hollstein in einem soeben erschienenen Buch zur «Krise und Zukunft des starken Geschlechts» (Untertitel), und es ist lehrreich, diese Männerkunde neben jüngere und jüngste Publikationen aus dem frauenkundlichen Ressort zu stellen. Hollsteins Buch ist gerammelt voll mit Befunden aus der Welt der Würstchenartigen, er weiss von Buben, die in der Schule von Mädchen überflügelt werden, von Männern, die im Schnitt sechs Jahre früher sterben als Frauen, die leichter Krebs kriegen, schneller ihren Job verlieren, als geschiedene Väter traurig ohne Kind dastehen, die in der Werbung immer den Trottel geben müssen und vor Gericht härter bestraft werden als weibliche Delinquenten.
‘Was vom Manne übrig blieb’ ist nichts als ‘desperate Würstchen’ die keinen Zugang mehr zu Liebe ihrer Kinder, der ehemaligen Frau hätten, deshalb Krebs bekämen und daher früher sterben würden als ihrer Gegnerinnen, die (Ex-)Frauen.
der moderne westliche Mann, gestresst von Fitness-Erwartungen und überfordert von der Idee, Alleinverdiener und Ernährer einer Familie zu sein
Dieses ‘desolate Geschlecht’ sei kein wirkliches Ziel für die Zerstörungslust des ‘Gegners’ namens ‘Jungfeministinnen’ die sich lieber an Alice Schwarzer reiben wöllten. Sie sei, nach der Meinung des Autors, antiquiert und rassitisch: was sich an ihrer Feindschaft zu Pornographie und der Verschleierung im Islam zeige.
Mensch kümmere sich lieber um Bücher zu Intimrasuren anstatt um Gender Studies. Das Gender Studies keineswegs-trotz der Ursprunges- mit Feminismus gleichzusetzen ist, dürfte dem Verfasser natürlich weniger bekannt sein.
Der Fokus des Journalisten liegt doch eher auf Mythen über ‘andere’ Gesellschaften in der mensch sich noch hinreichend Machismen hingeben könne und der Wirkmacht eines Bestsellers von Charlotte Roche.
So schließt der Artikel mit der Behauptung dass Wolfgang Schäuble durch seine Verknüpfung der wehrhaften Demokratie mit sog. ‘Powerfrauen’ dem alten Differenzfeminismus der zweiten Frauenbewegung aufsäße.