elenore

August 21, 2008

pah…

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Ich habe einen mehr oder minder fragwürdigen Artikel in der FAZ gefunden, der sich mit der Staatsgründung Israels befasst und ein sehr richtiges Zitat enthält:

Aber für mich steht außer Frage: Es ginge an den historischen Tatsachen vorbei, wollte man die Gründung des Staates ausschließlich auf die Shoa zurückführen. Mehr noch: Solches Denken bedient sowohl die arabisch-palästinensische Propaganda als auch die Propaganda derjenigen, die das grundsätzliche Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in Frage stellen.

August 9, 2008

would you like to be…?

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June 26, 2008

La Paloma…

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…sei angeblich eines der weltweit am meisten gespielten Lieder mit dem sich viele Wünsche verbänden.

In Mexiko ist es der Wunsch nach Demokratie, in Kuba nach Freiheit, in Rumänien ist es die Sehnsucht nach denen, die weggegangen sind auf der Suche nach einem besseren Leben. In Hawaii ist es die Sehnsucht, die Gelassenheit, jenen “Aloha-Spirit”, zu erhalten. Und in Auschwitz, als es Coco Schumann und die “Ghetto Swingers” spielten für die, die auf dem Weg in die Gaskammern waren, war es schlicht der Wunsch nach Überleben.

Sigrid Faltin erkennt mit dieser Aussage dass es sich in allen diesen Beispielen um Wünsche und Sehnsüchte handelt die zu einem gewissen Grad erfüllbar sind und waren.
In Auschwitz nach der Selektion für die Gaskammern aber wurden keine Wünsche erfüllt, die Möglichkeit zu wählen wurde nicht mehr gestellt.
Wenn es in den anderen Beispielen sich auch zu großen Teilen um bare Hoffnungen handelt, die zumeist an okönomischen Grenzen scheitern (bis ins Politische) sind es doch Hoffnungen die ihre mögliche Entsprechung immer wieder finden können/konnten.
Wenn die Ghetto Swingers La Paloma sangen dürfte jede Hoffnung verloren gewesen sein. Die individuelle Entsprechung der einzelnen Opfer war keine Sorge mehr. Die Volksdeutschen, die Menschen in den besetzten Ländern, die internationale Gemeinschaft blieben bei ihren Wünschen (bis hin zu der Hoffnung der Vernichtung der Jüd_Innen und Sinti/Roma).
Hoffnung und Wünsche erfüllten sich vielleicht für einige Überlebende des Konzentrationslagers, keineswegs ist dieser Vergleich aber angebracht.

June 7, 2008

Ich gehe gerne zur Kunst.

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Ich möchte niemanden kränken in diesen Zeiten, in denen Menschen um Mitternacht aufstehen und sich vor Kunsthallen stellen, um am Abend darauf eingelassen zu werden.

Jede Kunstform hat aber das Publikum, das es verdient. Im schlechtesten Fall sitzt man im Kino bei “Sex and the City” vor einer Reihe hysterischer Muttis, die ständig zum Pipimachen müssen, man lässt sich im Theater von Ben Becker aus der Bibel vorlesen, oder man geht in Berlin auf ein Konzert von Adam Green, wackelt dazu mit dem ungewaschenen Kopf und schreibt in seinen Kinderblog auf MySpace, den keiner liest, dass es toll war.

Natürlich war halb Berlin da, weil in dieser nicht wirklich schönen Stadt viele Menschen leben, die Depressionen bekommen, wenn sie abends mal alleine zu Hause sind. Alle waren schnell betrunken, niemand interessierte sich für die ausgestellten Arbeiten.

Die Autorin des Artikels in der SZ ist eine Person die wirklich into Kunst ist. Ihr drängt sich zwingendermaßen ein Bild der scene auf,welches selbige völlig oberflächlich zeichnen müsste.
Auch Menschen die sich nicht die längste Zeit mit Kunst beschäftigen sind natürlich nicht immer vom Unterhaltungsbedürfnis getrieben. Inhaltsleere Kunst ist völlig gewöhnlich und schick. Es ekelt eher an wenn dann doch irgendwer auf die Idee kommt ihre_seine Kunst mit einer explizit politischen Aussage zu verbinden. Selbst die Autorin kann zwar schön und unterhaltsam nörgeln, sie möchte sich aber zu nichts hinreissen lassen, außer das die Kunst ihr langweilig geworden ist.
Kunst ist schon in den Zeiten einer Advantgarde langweilig gewesen. Mit der Publikumserweiterung-und damit erweiterter Kunstproduktion- ist sie aber generell nicht aufregender geworden.

May 23, 2008

wie differenziert…

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Auch der aufgeklärte Mann hat seine schwachen Momente. Dann blickt er aus der Zone fortgeschrittener Gleichberechtigung – sagen wir: aus Deutschland – neidvoll auf seine Geschlechtsgenossen in Osteuropa und seufzt: Pole müsste man sein; gern auch Bulgare oder Ukrainer.

Einfacher scheint es zu sein Klischees über den vermeintlichen Paternalismus Osteuropas zu reproduzieren, als wirklich aufgeklärt zu erscheinen.

«Was vom Manne übrig blieb», bilanziert der Basler Soziologe Walter Hollstein in einem soeben erschienenen Buch zur «Krise und Zukunft des starken Geschlechts» (Untertitel), und es ist lehrreich, diese Männerkunde neben jüngere und jüngste Publikationen aus dem frauenkundlichen Ressort zu stellen. Hollsteins Buch ist gerammelt voll mit Befunden aus der Welt der Würstchenartigen, er weiss von Buben, die in der Schule von Mädchen überflügelt werden, von Männern, die im Schnitt sechs Jahre früher sterben als Frauen, die leichter Krebs kriegen, schneller ihren Job verlieren, als geschiedene Väter traurig ohne Kind dastehen, die in der Werbung immer den Trottel geben müssen und vor Gericht härter bestraft werden als weibliche Delinquenten.

‘Was vom Manne übrig blieb’ ist nichts als ‘desperate Würstchen’ die keinen Zugang mehr zu Liebe ihrer Kinder, der ehemaligen Frau hätten, deshalb Krebs bekämen und daher früher sterben würden als ihrer Gegnerinnen, die (Ex-)Frauen.

der moderne westliche Mann, gestresst von Fitness-Erwartungen und überfordert von der Idee, Alleinverdiener und Ernährer einer Familie zu sein

Dieses ‘desolate Geschlecht’ sei kein wirkliches Ziel für die Zerstörungslust des ‘Gegners’ namens ‘Jungfeministinnen’ die sich lieber an Alice Schwarzer reiben wöllten. Sie sei, nach der Meinung des Autors, antiquiert und rassitisch: was sich an ihrer Feindschaft zu Pornographie und der Verschleierung im Islam zeige.
Mensch kümmere sich lieber um Bücher zu Intimrasuren anstatt um Gender Studies. Das Gender Studies keineswegs-trotz der Ursprunges- mit Feminismus gleichzusetzen ist, dürfte dem Verfasser natürlich weniger bekannt sein.
Der Fokus des Journalisten liegt doch eher auf Mythen über ‘andere’ Gesellschaften in der mensch sich noch hinreichend Machismen hingeben könne und der Wirkmacht eines Bestsellers von Charlotte Roche.

So schließt der Artikel mit der Behauptung dass Wolfgang Schäuble durch seine Verknüpfung der wehrhaften Demokratie mit sog. ‘Powerfrauen’ dem alten Differenzfeminismus der zweiten Frauenbewegung aufsäße.

May 14, 2008

eyes

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May 1, 2008

nochmal: Rich

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“Begonnen zu schreiben, dann aufgestanden. Unterbrochen von den Bewegungen einer riesigen verfrühten Hummel, die irgendwie in das Haus gelangt ist und taumelnd fliegt, gegen die Fensterscheiben und Simse stößt und sich selbst betäubt. Ich mache die Haustür auf und spreche mit ihr, versuche, sie nach draueßen zu locken.
Sie sucht, was sie braucht, genau wie ich, und wie ich hat sie sich an einem Ort verfangen, wo sich ihr eigenes Leben nicht erfüllen kann.”

Adrienne Rich: Um die Freiheit schreiben, 1990, FFM.

April 15, 2008

norweger am nordpol

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Nun ist es soweit: selbst an den Orten auf der Erde wo nicht Millionen Menschen wohnen, und doch nur Eisbären und Füchse zuschauen, wird Farbe bekannt. So verwundert es nicht wenn ein Polarforscher nicht etwa nur ein Windfähnchen rausstellt, sondern gleich eine tibetische Flagge, um den Volkszerstörer_Innen aus China mal so richtig den Finger zu zeigen.

Der fetischhafte Nationalismus der sich gegen China richtet und nicht notwendigerweise für seine Provinz Tibet, nimmt Züge an die sich weniger erklären als vielmehr staunen lassen. Seit längerem ist bekannt, dass das tibetische Rechtssystem-wenn es denn einmal die Chance bekäme-gleich anderen Gottesstaaten sein wahres Gesicht zeigen würde.
Das es in China und Tibet die Todesstrafe gibt, macht sie nur ähnlicher im Effekt auf die Menschen. Aber beides ist sowieso kein Argument für oder gegen eine Seite.
Vielmehr sollte mensch sich von San Francisco, Paris, London bis Lhasa anschauen welche rassistischen Kontinuitäten da aufscheinen.
Es gab schon einmal eine Zeit in der chinesische Händler_Innen an den Galgen kamen: das war etwa zu der Zeit als das tibetische Rechtssystem noch in Kraft war…

April 14, 2008

anne

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March 15, 2008

Rechte für die Knechte?

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Zur gleichen Zeit wurde den Menschen immer mehr bewusst, dass sie etwas anderes fordern konnten, dass die Sklaverei kein Schicksal ist, dass man Rechte, Sehnsüchte und eine Zukunft haben kann. Mein Vater war in der Fabrik, er ist jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden, während seines ganzen Lebens. Und das ist absurd. Wir sollten freier sein. Und reicher. Die Generation von 1968 nahm als erste wahr, dass diese Wünsche erfüllbar sind.

Dass Antonio Negri wirklich weird ist, seine Ansichten der Realität weder entsprechen noch gegen sie sprechen ist nicht neu. Im Rahmen seiner Projekte mit Michael Hardt wollte ich ihm zumindest noch einen falsch verstanden Weltanschauungsmarxismus zugestanden haben. Mit dieser Aussage im Telepolis-Interview zeigt er sich aber unbedingt als besonders langweiliger Sozialdemokrat.

Die UdSSR ist auch darüber [IT] gestürzt. Sie war kein Land, in dem die Akkumulation großartig funktioniert hätte. Sie konnte den Planeten mit extrem mächtigen Bomben zerstören, so viele Menschen auf den Mond schicken, wie sie wollte, aber ihr fehlte die Freiheit. Und die Freiheit ist ein Faktor der Produktivität.

…oder als positiver Liberaler?