Interview mit Angelika Schrobsdorff
“Fühlen Sie sich bedroht in Berlin, oder geht es Ihnen wie den süddeutschen Touristen am Prenzlauer Berg, die enttäuscht Ausschau nach jungen Männern mit Bomberjacke und Springerstiefeln halten?
Ich halte die Neonazis für eine unglückselige Gattung dummer Kerle, die mit Gewalt in die Medien wollen. Ich hoffe, nicht mit ihnen in Berührung zu kommen. Bedroht habe ich mich nur einmal gefühlt, nach dem Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Ich saß mit einer Freundin auf dem Kudamm im Autostau fest, umringt von kreischenden, fahnenschwenkenden Horden. Doch das waren keine Neonazis, sondern biedere, deutsche Bürger, die ihr aufgestautes Selbstvertrauen wiedergefunden hatten.”
aus http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/magazin/632124.html

