‘boomt’ Feminismus?
Die Weltbank geriert sich als Wegbereiter der ökonomischen Förderung von Frauen und erklärt Geschlechtergleichheit zur “smarten” Ökonomie. Sie will Frauen mit den notwendigen Fähigkeiten, Chancen und Rechten ausstatten, um als freie Marktbürgerinnen wettbewerbsfähig zu sein und dadurch wiederum Effizienz und Wachstum zu steigern. Schon seit Jahren rechnet die Bank einzelnen Volkswirtschaften und Wirtschaftssektoren auf Euro und Cent vor, wie viel Wachstum ihnen durch die Lappen geht, wenn sie die “untergenutzte Humanressource” Frau weiter diskriminieren. Integration rechnet sich.
Die Rede von der Humanressource zeigt eine Rethorik die zugleich nichts mehr mit Feminismus oder ähnlichem zu tun haben kann. So fragt mensch sich doch, ob trotz der Sprache der Weltbank auch ein Zustand geschaffen wird der sich vorteilig für Frauen auswirken kann?!
Kann m. also sagen dass Gleichberechtigung von Frauen in vielen nicht-westlichen Staaten eine Integration von Frauen in die monetäre Gesellschaft fördert?
Irgendwie selbstredend erscheint die Antwort gleich darauf: Denn so ist die überkommene patriarchale Geringbewertung von Frauenarbeit und die Definition der Frauen als Zuverdienerinnen derzeit wunderbar funktional für die Informalisierung und Prekarisierung von Beschäftigung, für Deregulierung und den Kostensenkungswettbewerb. Mehr Chancen gibt es für Frauen, nicht aber zwangsläufig mehr Gleichheit.
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Noch eine Polemik am Rande zum Text der TAZ wollte ich mir gerne noch erlauben: Wer glaube, dass Gleichheit das Ziel sei, schrieb Barbara Ehrenreich zur Hochkonjunktur der westlichen Frauenbewegung, greife viel zu kurz. Die indische Feministin Devaki Jain griff weiter und sagte: “Wir wollen kein größeres Stück vom vergifteten Kuchen”. Denn vielleicht könnt ihr euch noch erinnern dass es in Deutschland 2007 einen G8-Gipfel gab bei dem viele Menschen undbedingt Kuchen essen wollten…

