heisst ein Artikel in der heutigen NZZ. Genauso ist der leider auch geschrieben. Es ist eine Vorstellung des postkolonialen Theoretikers Albert Memmi der schon im fortgeschrittenen Alter sei und die Welt allzu schwärzlich zeichne.
Französisch und Arabisch, Orient und Okzident: Wer wie Memmi in zwei oder, eingedenk des jüdischen Elternhauses, gleich in drei Kulturen zu Hause ist, der wirft auf alle einen differenzierten Blick.
So einfach scheint eine Beurteilung eines Wissenschaftlers, wie diesem, abgetan mit dem Hinweis auf seine hybride Herkunft. Denn gerade wenn einer eigentlich Jude ist, dann ist er zwar real besonderen Sozialisationen unterworfen, haben wir doch wieder das klassische Bild vom Dritten. Dem Juden.
«Selten gebrauchte Worte», lacht er, «habe ich auf Französisch immer noch nicht direkt im Kopf. Bei Obstsorten zum Beispiel. Ein Wort wie etwa das für Reineclaude – das kommt mir auf Arabisch viel schneller auf die Zunge als auf Französisch.»
Witzig ist es das er gar nicht so echt zugeben will das er selbst voll Multikulti ist weil er einfach niemals echter Franzose werden könne. Vielleicht sollte mensch ihn doch dann mal im Cite National De L´Historie de l´Immigration ausstellen wenn es doch schon da ist.
«Wenn wir das Zusammenleben der alten und neuen Franzosen, überhaupt das der verschiedenen Kulturen glücklich bewältigen wollen, dann müssen wir ein ganz neues Selbstverständnis unserer selbst gewinnen.» Das Schlüsselwort dazu heisst für ihn «métissage». Es meint die Mischung der Kulturen, ihre fortschreitende Öffnung füreinander.
Dann noch ‘Die Welt’:
Dort wurde von einem Kongress über jüdischen Antisemitismus in NYC berichtet. Echt schön, fand ich es, über diesen Kongress einen Artikel zu finden. Denn es ist eine sehr löbliche Geschichte, Noam Chomsky in der Deutschen Presse nicht nur als den Antiamerikanischen Lehrmeister oder ‘Israelkritiker’ zu lesen, sondern auch aus der Perspektive des Antizionisten.
Bloß dass hier noch weniger Feinfühligkeit als oben an den Tag gelegt wurde:
Dass sie als Juden geboren waren, war das Pfund, mit dem sie wucherten.
[Für mich ist dieser Satz Antisemitismus.]
Passend dazu gabs noch ein Portiönchen an Angst vor der Kritik an den Kritiker_Innen:
Eine Zuhörerin fragte die Schriftstellerin Cynthia Ozick: „Was können wir tun, um jene Juden zu delegitimieren, die Israel die Legitimation absprechen?“ Cynthia Ozick antwortete: „Gar nichts, fürchte ich.“ Dabei lächelte sie, halb vergnügt und halb aus Verzweiflung.